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H1: Ein neues Selbstverständnis

Bebbo 20.12.2019

Bericht aus der Volksstimme vom 23.12.19.

Die Startaufstellung des VBC Gelterkinden ist gegen den VBC Sursee auf den ersten Blick ungewohnt: Captain Tim Häfelfinger auf der Bank, neben ihm Stammpasseur Florian Buser und die Routiniers Raphael Dettwiler und Tanguy Quartenoud. Auf dem Feld stehen zwei Neu­zugänge, zwei Spieler mit Jahrgang 2000 und jünger. Doch die Akteure geben Coach Matthias Buser Recht. Das Heimteam spielt souverän und ist vor allem im Angriff sehr effizient. Die Gäste bekunden Mühe mit dem gegnerischen Block. Nach ausgeglichenem Start erspielen sich die Gelterkinder mit zwei Blockpunkten einen Vorsprung, den sie bis Satzende verwalten (25:19).

Man muss eine einzelne Aufstellung des Tabellenführers gegen den Siebtplatzierten aus der Innerschweiz nicht überbewerten, aber im Falle der Gelterkinder steht sie für eine Entwicklung. «Diese Startaufstellung hätte Anfang der Saison kaum funktioniert», sagt Trainer Buser. Doch er und sein Team haben die Zeit seither genutzt. «Ich war schon optimistisch und habe Potenzial in diesem Kader gesehen, aber ich habe die Wirkung unterschätzt, die es hat, dass wir Woche für Woche mit zwölf Spielern trainieren können, die auf ähnlichem ­Niveau sind», so Buser. Die Intensität und die taktischen Möglichkeiten im Training sind nicht mit der Vorsaison zu vergleichen, als Verletzungssorgen und personelle Engpässen die Einheiten und Matches prägten.

Ganz durchziehen können es die Oberbaselbieter im letzten Spiel vor dem Jahreswechsel aber nicht: Sursee gelingt es in Satz zwei besser, seinen besten Angreifer in Szene zu ­setzen. Der hat am Serve und im Angriff einen sehr starken Durchgang, ist kaum zu verteidigen. Auch Time-outs und Wechsel auf Gelterkinder Seite können den Satz nicht mehr retten, Sursee gleicht zum 1:1 aus.

Der Ausgleich ist kein Grund zur Beunruhigung. Matthias Buser stehen in dieser Saison diverse Waffen zur Verfügung. Da seine ­Spieler Mühe im Angriff bekunden, wechselt er sowohl auf der Zuspieler- als auch den Angriffsposi­tionen. Die Neuen fügen sich nahtlos ein, das Heimteam gewinnt an Durchschlagskraft.

In der Folge überzeugen die Gelterkinder nicht durchwegs. Vor allem, wenn das Spiel nicht in den erwarteten geordneten Bahnen verläuft, gelingt es ihnen zu selten, Ruhe und Präzision zu finden, um dennoch Druck zu machen. Bezeichnend für den neuen VBCG 2019 ist aber, dass er die Sätze drei und vier und damit das Spiel dennoch deutlich gewinnt. Es ist die Aufgabe des Teams, dafür zu sorgen, dass diese Stärken nach der Weihnachtspause auch den VBCG 2020 auszeichnen.

Matchtelegramm

VBC Gelterkinden – VBC Sursee 3:1 (25:19, 23:25, 25:19, 25:20)

SH Hofmatt, Gelterkinden, 50 Zuschauer.

Schieds­richter: M. Gründel / H. Spahni.

Gelterkinden: Anello, Buser, Quartenoud, Hêche, Heller, Dettwiler, S. Häfelfinger, Gut, Kasper, T. Häfelfinger, Degen. Es fehlte Y. Häfelfinger.